5. Kongress 2006
Der 5. Kongress für Vedische Astrologie vom 13./14. Mai 2006 in Bad Kreuznach
Was vor 4 Jahren als zarter, hoffnungsvoller Keim gepflanzt wurde, erwies sich in diesem Jahr als eine bereits fest verwurzelte und gut gewachsene Pflanze. „Eure Leute haben viel gelernt in den letzten Jahren“, sagte Nalini , der beliebte Astrologe aus Florida am ersten Abend des Kongresses. Lächelnd fügte er hinzu: „Vor ein paar Jahren hätte ich einiges erzählen können und niemand hätte mir widersprochen. Das hat sich ganz schön geändert. Ihr habt hier gut ausgebildete Teilnehmer.“ Diese Sätze spiegeln die Entwicklung der vedischen Astrologie im deutschsprachigen Raum wider. Was vor ein paar Jahren noch etwas vage und vorsichtig angegangen wurde, hat mittlerweile eine Richtung und eine gute Dynamik bekommen. So wurden denn auch am diesjährigen Kongress nicht nur Mainstream-Themen vorgetragen und diskutiert, sondern der Bogen wurde über ein breites Feld gespannt. Die vortragenden Referenten kamen wieder einmal aus dem fernen Ausland (Florida und Indien), aus dem nahen Ausland (England und Österreich) und auch aus dem nahen und fernen Inland. Die Themen, die die einzelnen Referenten ausgewählt hatten, waren anspruchsvoll und versorgten die Zuhörer mit Denkanstößen auf verschiedenen Ebenen.
Kongressprogramm
Impressionen vom Kongress 2006
Gratulation Erfolgreiche Prüfung zum DGVA Astrologen
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Nalini’s (Tom Hopke) freundliche und ruhige Art, sein basiertes Wissen auf astrologischem Gebiet und seine unvergleichlich authentischen Hinweise auf spiritueller Ebene machen ihn zu einem herausragenden Redner und seine Vorträge zu einem besonderen Genuss für die Zuhörer. Seine fast 30 jährige Erfahrung im Bhakti Yoga qualifizierte ihn denn auch für den einleitenden, ganztätigen Workshop über „Spiritualität im Horoskop“. Er, der als „Westler“ viele Jahre in Indien gelebt hat und große Teile der indischen Philosophie und der hinduistischen Religion in sein tägliches Leben integriert hat, kann uns hier vielleicht leichter Brücken bauen, als es die Inder selbst können. Die Resonanz der Kongressteilnehmer legt diesen Schluss jedenfalls nahe. |
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Vinay Aditya gilt, wie viele von Ihnen sicherlich bereits wissen, als ein Spezialist auf dem Gebiet des Ashtaka Vargas. Dabei handelt es sich um ein ausgefeiltes Punktesystem, dass vor allem für die Deutung der Transite verwendet wird. Dass damit jedoch das Potential des Ashtaka Vargas noch lange nicht ausgeschöpft ist, machte Vinay in einem sehr anspruchsvollen und spannenden ganztägigen Workshop am Montag nach dem Kongress deutlich. Neben sehr fundierten theoretischen Erläuterungen illustrierte Vinay seine Thesen und Forschungsergebnisse an zahlreichen Beispielen und löste sicherlich bei einigen der zahlreichen TeilnehmerInnen eine Reihe eigener spannender Forschungen aus. Auch sein Vortrag zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Jupiter und Merkur, der vor allem durch seine mythologischen Einlagen sehr interessant war, erwies sich als spannend und lehrreich zugleich. Etwas ungewöhnlich und durchaus sehr lebhaft gestaltete er seinen interaktiven Vortrag zum Thema Handlesen. Hier wurden die Anwesenden angeleitet, die theoretisch erklärten Merkmale der Hände untereinander zu studieren. Durch die Auswahl der Hand, die als die „Quadratischste“ beurteilt wurde im Vergleich zu der „Konischsten“ wurde die Lehre des Hasta Shatra, wie sie im Sanskrit heißt, veranschaulicht. Zugleich wurde jedoch auch deutlich, dass es sich bei der Handlesekunst, ebenso wie bei Jyotish, um eine sehr anspruchsvolle Wissenschaft handelt, die gründlich studiert werden muss, bevor sie in der Anwendung heilvollen Nutzen schenken kann. Vinay Aditya, der zusätzlich die mündliche Prüfung am Vortag des Kongresses abgenommen hatte, war an diesen Tagen sicherlich derjenige, der am meisten gefordert wurde. Sehr freundlich und souverän wurde er den Aufgaben auf allen Ebenen gerecht. |
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Komilla Sutton, die erst am Sonntag aus London einflog, zog bereits bei ihrer Ankunft alle Augen auf sich. Ihre starke Ausstrahlung wirkte offensichtlich nicht nur auf die TeilnehmerInnen des Kongresses, sondern auch auf die anderen Hotelgäste. In ihren beiden aufeinanderfolgenden Vorträgen am Sonntagnachmittag sorgte sie mit den „Pushkar-Navamsas“ dafür, dass ein längst vergessenes, doch durchaus interessantes Deutungsinstrument bei einigen ZuhörerInnen für Aha-Erlebnisse sorgte. Bei den Pushkar-Navamsas handelt es sich um bestimmte Abschnitte zu jeweils 3°20 in den einzelnen Zeichen, die als besonders nährend gelten. Befinden sich Planeten in diesen Abschnitten, so sind sie insgesamt besser zu beurteilen. Auch der Vortrag über die Tithis, die in diesem Fall auf das Geburtshoroskop und nicht auf das Muhurta (Elektionshoroskop) bezogen betrachtet wurden, erfreute sich großer Aufmerksamkeit. |
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Interessanterweise hatte auch Florian Euringer, einer der einheimischen Redner, in seinem Vortrag über den Panchang darauf hingewiesen, dass man die Tithis nicht nur für den jeweils aktuellen Zeitpunkt, sondern auch für den Zeitpunkt der Geburt anschauen solle. Er brachte den ZuhörerInnen nicht nur die verschiedenen Komponenten des Panchang näher, sondern auch den grundsätzlichen Umgang mit den verschiedenen Energien. Für diejenigen, die bisher nicht selbst in Indien waren, war ein kleiner Ausflug in indische Gepflogenheiten und Sitten inbegriffen. Die etwas Fortgeschritteneren beeindruckte Florian Euringer mit seinem Vortrag „Gut oder Böse – wo liegt der Unterschied im Horoskop“. Zu diesem Zweck hatte er sehr unterschiedliche Persönlichkeiten mit ähnlichen astrologischen Konstellationen gefunden. |
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Spätestens beim Vortrag von Maria Luise Mathis wurde man denn den Verdacht nicht los, dass ein stilles Motto dieses Kongresses die Polarität oder die Darstellung der Gegensätze war. Vinay Aditya hatte, passend zum Budha Purnima (Vollmond zu Ehren Buddhas, mit dem astrologisch Merkur assoziiert wird) bereits die Polarität zwischen Merkur und Jupiter beleuchtet. Von Florian Euringer wurde dieser „Trend“ fortgesetzt und in Maria Luises anspruchsvoller Darstellung gekrönt. Sie untersuchte die Horoskope von Zwillingen und Mehrlingen (Vierlingen) und stellte die astrologisch signifikanten Unterschiede dar, die sich auch in der Entwicklung und im Leben dieser Menschen ausdrückten. Würde man Sonderpunkte für die aufwendig gestaltete Präsentation vergeben, müsste Maria Luise sicherlich der Ehrenplatz zuerkannt werden. |
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Ilona Hellmann stellte das Krishnamurti Paddhati System vor. Sie wählte für die Präsentation dieses eher weniger bekannten und verwendeten System denn auch eine eher unkonventionelle Form: Ausgestattet mit Schirmmützen, die wiederum Namen von Nakshatras trugen, begaben sich die Teilnehmer auf den Hotelparkplatz und bekamen dort die Basis dieses Systems sehr anschaulich erklärt. Die Resonanz der zunächst etwas überraschten TeilnehmerInnen war, dass diese „Exkursion“ durchaus das spätere Verständnis und den Zugang zu diesem System erleichtert habe. |
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Auch Nicholas Lewis und Gudrun Schellenbeck, die Hauptinitiatoren und Verantwortlichen dieses Kongresses, hielten gemeinsam einen Vortrag. Hierbei ging es um die Karakas und das analoge Denken. Obwohl es sich hierbei um Basiswissen handelte, stellte sich doch heraus, dass die kreative Anwendung dieser Basisdeutungsfaktoren den Zugang zu so manchem schwierigen Horoskop eindeutig vereinfachen kann. |
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